Mad Rock Drone 2.0 HV Test — Kraftschuh für Steiles und harte Boulder
Der Mad Rock Drone 2.0 HV ist der Kraftschuh der Drone-Familie. Steif, aggressiv, mit einer durchgehenden Polycarbonat-Zwischensohle von 1,8 mm, die deine Kraft ohne Umweg vom Fußballen in den Tritt bringt. Denn genau darum geht es hier: den Fuß im Steilen zu verankern, dort wo Körperspannung die Grenze zieht. Kein Allrounder, kein Kompromissschuh — ein Werkzeug für Überhang, Dach und harte Boulder.
Mickaël Mawem — Mitgründer von shopclimbing und Boulder-Weltmeister — klettert damit am Fels wie in der Halle. Für ihn selbst einer seiner Lieblingsschuhe. In diesem Test schauen wir uns die Konstruktion an, das Verhalten im Frankenjura wie in der Boulderhalle, und die Größenwahl beim HV-Leisten. Die komplette Auswahl findest du in unserer Kletterschuh-Kollektion, alle Details zum Modell auf der Produktseite des Mad Rock Drone 2.0 HV.

Der Kraftschuh der Drone-Familie
Mad Rock hat die Drone-Familie klar aufgestellt. Drei Modelle, drei Charaktere, alle auf demselben Klettergummi. Der D2.ONE HV ist der Allrounder — vielseitig einsetzbar, Hybrid-Zwischensohle aus Polyester und Polycarbonat. Der Remora Pro HV ist das weiche, geschmeidige Modell — sensibler Gummi, feine Rückmeldung, gebaut für Präzision am Tritt und lange Sessions. Und der Drone 2.0 HV? Der steht nicht dazwischen. Der geht in eine andere Richtung.
Also: der Drone 2.0 HV ist die Kraft-Version. Maximale Steifigkeit, aggressives Profil, deutliche Asymmetrie, kompromissloser Downturn. Mad Rock formuliert das knapp: « When the angle kicks back and tension matters most, the Drone 2 kicks in » — auf Deutsch etwa: « Wenn die Wand nach hinten kippt und Körperspannung zählt, ist der Drone 2 in seinem Element ». Kein Schuh für den Anfängerkurs. Kein Schuh für die Mehrseillänge im Wilden Kaiser. Sondern einer für harte Boulder im Steilen und Redpoint-Versuche, die dich unter Spannung setzen.
Wenn du in der Boulderwelt München oder in der Berliner Boulderhalle vor allem in der 40-Grad-Wand hängst, wenn du im Frankenjura Sportrouten im Kalküberhang angehst — dann bist du in der Zielgruppe. Für Sensibilität und lange Sessions am Fels greifst du zum Remora Pro HV. Für die tägliche Vielseitigkeit zum D2.ONE HV. Für Kraft — hierher.
Die durchgehende Polycarbonat-Zwischensohle — die Signatur des Drone 2.0
Was den Drone 2.0 HV vom Rest der Familie trennt, ist die Zwischensohle. Konkret: eine durchgehende Polycarbonat-Platte von 1,8 mm, die vom Fersen-Cup bis zur Zehenspitze läuft. Full-Length. Das ist entscheidend. Der D2.ONE HV nutzt eine Hybrid-Platte, halb Polyester, halb Polycarbonat. Der Remora Pro HV setzt auf eine Scallop-Zwischensohle aus reinem Polyester. Beim Drone 2.0 HV liegt eine steife Platte durchgehend unter dem Fuß.
In der Praxis fühlt sich das anders an als alles, was du sonst am Fuß hast. Du stellst deinen großen Zeh auf eine Mikroleiste im Überhang, du drückst — und der Schuh drückt zurück. Die Zwischensohle gibt keinen Millimeter nach. Deine Kraft geht sauber vom Fußballen in den Gummi und von dort in den Tritt. Der Vorfuß wird fast selbst zur Leiste. Genau das ist gemeint, wenn Mad Rock sagt: « makes small feet feel big and big moves feel possible » — « kleine Tritte werden groß, große Züge machbar ».
Der zweite Vorteil dieser Platte: der Tritt hält. Wenn du im Dach oder im tiefen Überhang auf einer Kante stehst, will dein Fuß nach unten rutschen — Schwerkraft plus Winkel. Ein weicher Schuh gibt nach, du verlierst die Verbindung zur Wand. Der Drone 2.0 HV blockiert. Der Fuß bleibt, wo du ihn hingesetzt hast. Zug für Zug. Mad Rocks eigenes Bild dazu: « pull, press, and stick with zero energy wasted » (« ziehen, drücken, halten — ohne Kraftverlust »). Genau so fühlt es sich an.
Klar: auf einer Hallenplatte oder in einer Reibungspassage merkst du diese Steifigkeit auch. Der Schuh legt sich nicht um kleine Unebenheiten am Volumen herum. Dazu unten mehr — er kann nämlich mehr, als der Steckbrief vermuten lässt.
Science Friction 3.0 und die kompressionsgeformte Konstruktion
Unter der Polycarbonat-Platte liegt die Science Friction 3.0. Der Signaturgummi von Mad Rock, in Kalifornien entwickelt und gefertigt. Konkret heißt das: bessere Reißfestigkeit, ein Formgedächtnis im Gummi, mehr Grip und mehr Standzeit als in den Vorgängerversionen. Am Fersenrand ergänzt Mad Rock die Science Friction R2 — einen elastischeren Klettergummi, der die Ferse wie ein Handschuh umschließt und den Heel Hook sauber arbeiten lässt.
Der Vorfuß ist kompressionsgeformt — die Compression Molded Toe Box. Statt einzelne Gummiteile aufzukleben, formt Mad Rock den kompletten Vorfuß unter Druck in einem Stück. Was das konkret bringt: Kein Delaminieren. Das Ablösen des Gummis — bei klassischen Schuhen die häufigste Ursache fürs Aus — fällt weg. Die Kraftübertragung geht direkt vom Fuß in die Sohle, ohne Klebeschicht dazwischen. Und die Vorspannung bleibt erhalten, auch nach dreißig Sessions.
Dazu kommen die Patente. Die 3D Hooking Heel — ein Fersen-Cup mit geformten Rillen und einer Finne, die den Heel Hook fast wie eine Leiste arbeiten lässt. Für alle, die viel hooken, kein Nebenaspekt. Die Concave Sole ist eine patentierte, nach innen gewölbte Außensohle — im Steilen greifst du den Tritt fast wie mit der Hand. Das Arch Flex System setzt einen R2-Rand am Fußgewölbe. Der fixiert den Fuß, ohne die typischen Druckstellen aggressiver Modelle zu erzeugen. Und der Syn Flex-Schaft — synthetisch, dehnt sich kaum, vegan. Du wählst deine Größe einmal richtig, und der Schuh sitzt nach drei Monaten immer noch so wie am ersten Tag.
Das alles ergibt ein Bild, das über den Grip hinausgeht: Haltbarkeit als Budget-Argument. Wer drei- bis fünfmal pro Woche in der Halle klettert, kennt das Spiel. Nach zwei Monaten hat die Zehenspitze Löcher, die Vorspannung ist futsch, ein neues Paar muss her. Der Drone 2.0 HV verschiebt diesen Moment deutlich nach hinten. Die Kombination aus SF3, Compression Molded Toe Box und Syn Flex hält durch, wo andere längst platt sind. Und wenn er nach einer harten Saison doch mal durch ist, gibt es bei shopclimbing die Neubesohlung von Kletterschuhen mit den originalen Mad-Rock-Gummis.
Der Drone 2.0 HV am Fels und in der Halle
Der Drone 2.0 HV ist ein Kraftschuh. Aber er ist keine Nischenwaffe nur für die 45-Grad-Wand. Was am Fels und in der Halle wirklich passiert, geht ein Stück weiter — und das gehört ins Bild.
Beim Bouldern in der Halle spielt er seine Stärke voll aus. Modernes Bouldern lebt vom Steilen, von Kompressionen, von Zügen zwischen zwei Mikroleisten im Überhang. Genau da ist der Drone 2.0 HV zu Hause. Boulderwelt München, Berliner Boulderhalle, Kletterzentrum Wien: du gehst in die physische Zone, du chalkst dir die Finger, und der Schuh gibt dir die Plattform für Züge, an die du sonst nicht kommst. Die Concave Sole hakt sich am Volume fest, wenn du es im Dach wie einen Griff einsetzt. Und die 3D Hooking Heel hält den Heel Hook, wo andere Schuhe rausrutschen.
In der Route — Halle wie Fels — hängt seine Leistung von Länge und Winkel ab. Auf einer kraftorientierten Redpoint-Route, überhängend, mit Leistenpassagen und Dynos zwischen den Griffen: da ist der Drone 2.0 HV die richtige Wahl. Auf einer Ausdauerroute mit vielen Griffen und wenig Winkel merkst du dagegen, wie die Steifigkeit den Fuß mit der Zeit ermüdet — dafür ist der Schuh nicht gebaut. Für Mehrseillängen im Wilden Kaiser oder in den Bayerischen Alpen greifst du zu etwas Flacherem und Bequemerem.
Am Fels hängt die Performance stark vom Untergrund ab. Auf Kalk im Frankenjura, in Kalymnos oder auf südfranzösischen Sportrouten zahlt sich die Kombination aus Kraft und Grip aus. Die Science Friction 3.0 klebt am glatten Fels, die Zwischensohle drückt dich sauber auf die Leiste. Der Schuh gibt dir das Vertrauen, das du für den Redpoint-Versuch brauchst.
Und — das muss gesagt sein, weil es dem Steckbrief widerspricht — der Drone 2.0 HV kann auch Reibung. Für einen so steifen Schuh geht er auf Platten und in Reibungspassagen erstaunlich gut. Klar: wer viel auf Reibung unterwegs ist, greift eher zum Remora Pro HV oder D2.ONE HV. Für dieses Terrain sind die die naheliegendere Wahl. Aber die Science Friction 3.0 hält am Fels gut genug, um auch harte Platten anständig zu klettern. Wenn dein Frankenjura-Projekt drei Meter Reibungspassage vor der Crux hat, musst du deshalb nicht den Schuh wechseln.
Auch auf Granit und Sandstein macht er seine Sache gut. Sächsischer Sandstein im Elbsandstein, Granit in den Bayerischen Alpen — diese Felsarten verlangen griffigen Gummi und eine präzise Zehenspitze auf Kristallen und Körnern. Die Science Friction 3.0 liefert den Grip, die kompressionsgeformte Konstruktion die Präzision. Also: für einen Font-Trip mit Fokus auf steilen Bouldern, für eine Session im Frankenjura-Kalk, für Redpoint-Versuche in der Sächsischen Schweiz — der Drone 2.0 HV zieht mit.

Größe und Passform beim Drone 2.0 HV
Der Drone 2.0 HV sitzt auf einem HV-Leisten — High Volume. Also mehr Platz am Spann, größere Ferse, mehr Volumen am Vorfuß. Wenn du dich in europäischen Modellen wie La Sportiva Solution oder Scarpa Instinct oft eingeengt fühlst, ist HV die passende Antwort. Der Klettverschluss lässt sich zwischen zwei Redpoint-Versuchen schnell öffnen, die Zehen atmen kurz durch, dann wieder zu. Kein Nachziehen von Schnürsenkeln, kein Verlust der Vorspannung.
Das erste Anziehen ist beim Drone 2.0 HV ehrlich gesagt zäh. Der Schuh ist steif und aggressiv aus der Box. Eine Plastiktüte über den Fuß gezogen, macht die Sache deutlich einfacher. Nach ein paar Sessions gibt der Syn-Flex-Schaft an den richtigen Stellen nach — der Schuh sitzt dann wie angegossen, ohne die Vorspannung zu verlieren. Wichtig: der Schaft dehnt sich kaum. Vergiss die alte Faustregel « ich nehme eine halbe Nummer kleiner, das weitet sich schon ». Beim Drone 2.0 HV bleibt der Schuh im Wesentlichen so, wie du ihn kaufst.
Als Orientierung misst du deinen Fuß flach — Ferse an der Wand, Spitze des großen Zehs — und richtest dich nach Mad Rocks vier Stufen:
- Comfort: gemessene Größe + 1 — entspannt, für lange Sessions
- Snug: gemessene Größe + 0,5 — solider Halt, entspannter Fuß
- Performance: gemessene Größe — die Referenz für Leistung
- Downsized: gemessene Größe − 0,5 bis − 1 — das Maximum, je nach Schmerztoleranz
In Performance-Größe hältst du mehrere Stunden am Fels durch. In Downsized-Größe bleibt der Schuh für Boulder-Sessions und harte Redpoint-Versuche — nichts für die Mehrseillänge. Eine praktische Ausnahme noch: Mad Rock produziert dieses Modell nicht in US M 3 und US M 3.5. Wer sehr kleine Füße hat, muss auf ein anderes Modell aus der Range ausweichen.
Was Mickaël Mawem am Drone 2.0 HV mag

Mickaël Mawem — Mitgründer von shopclimbing und Boulder-Weltmeister — klettert seit mehreren Saisons mit dem Drone 2.0. Am Fels wie in der Halle, auf harten Bouldern und Projekten. Sein Feedback aus erster Hand:
« Der Drone 2.0, das ist einer meiner Lieblingsschuhe. Ich liebe es, ihn am Fels zu nutzen — auf Kalk im Überhang hält der Gummi richtig gut, und du spürst, dass der Schuh unter dem Fuß nicht abhebt. Aber in der Halle passt er genauso, vor allem auf harten Bouldern, wo du Steifigkeit brauchst. »
« Was mir am meisten gefällt, ist die Haltbarkeit. Das alte Modell hab ich jahrelang gefahren, und der 2.0 ist noch besser. Die Science Friction 3.0 hält über die Zeit — und das zählt, wenn du jeden Tag kletterst. Du willst nicht alle zwei Monate 'nen neuen Schuh brauchen. »
« Wenn du hauptsächlich im Steilen unterwegs bist und einen Schuh suchst, der dir Kraft gibt, ohne nach ein paar Wochen schlappzumachen, dann ist das der richtige. Am ersten Tag ist er nicht der bequemste — aber einmal eingelaufen, wird er richtig gut. »
Drone 2.0 HV vs. D2.ONE HV vs. Remora Pro HV — welcher Mad Rock passt zu dir?
Die drei HV-Modelle teilen dieselbe Science-Friction-3.0-Sohle und denselben HV-Leisten. Sie beantworten aber unterschiedliche Fragen — und die Wahl fällt leichter, wenn du weißt, welche bei dir im Vordergrund steht.
Der Drone 2.0 HV ist der Kraftschuh. Steife durchgehende Polycarbonat-Platte, aggressives Profil, gebaut für Überhang, Dach und harte Boulder im Steilen. Wenn du in der Boulderhalle vor allem physische Züge im Dach ziehst oder im Frankenjura an Kalk-Projekten im Überhang arbeitest, ist das dein Modell.
Der D2.ONE HV ist der Allrounder — vielseitig einsetzbar, ohne Abstriche. Die Hybrid Midsole kombiniert Steifigkeit und Sensibilität auf einer Plattform. Der Schuh für alle, die drinnen wie draußen unterwegs sind und sich nicht auf eine Disziplin festlegen wollen. Alle Details im Test des D2.ONE HV.
Der Remora Pro HV ist das weiche, geschmeidige Modell — der Fokus liegt auf Geschmeidigkeit und Komfort in der Halle. Weich, sensibel, mit maximaler Rückmeldung vom Tritt unter dem Fuß. Für alle, die ihre Fußtechnik schon drauf haben und lange Hallensessions ohne Zwischenpausen durchziehen wollen. Mehr dazu im Test des Remora Pro HV.
Und wenn du noch schwankst, welcher Mad Rock zu dir passt: unser Guide zu allen Mad Rock Kletterschuhen geht die drei Modelle Seite an Seite durch — Konstruktion, Einsatzprofile, Passform.
Für wen lohnt sich der Drone 2.0 HV?
Der Mad Rock Drone 2.0 HV ist ein bewusst gebauter Kraftschuh. Steifigkeit, Aggressivität, Haltbarkeit — drei Eigenschaften, die zusammen ein Werkzeug ergeben, das im Steilen seinen Wert zeigt. Die durchgehende Polycarbonat-Zwischensohle verankert deinen Fuß auf der Mikroleiste im Überhang. Compression Molded Toe Box und Science Friction 3.0 halten Session für Session durch, wo andere Schuhe nach zwei Monaten aufgeben. Und aus der Erfahrung bei shopclimbing wissen wir: er kann mehr als nur Steilalarm. Er trägt dich auch durch die Reibungspassage vor der Crux und über den Sandstein in der Sächsischen Schweiz.
Für wen ist das die richtige Wahl? Für ambitionierte Kletterer mit breiteren Füßen, die drei- bis fünfmal pro Woche unterwegs sind — im Frankenjura oder in der Berliner Boulderhalle, an harten Bouldern und Redpoint-Projekten im Steilen. Für alle, die einen Schuh wollen, der Kraft sauber überträgt und lange hält, statt einen weichen Sensor, der nach zehn Sessions durch ist. Wenn du dich eher auf Vielseitigkeit oder Sensibilität ausrichtest, greifst du zum D2.ONE HV oder Remora Pro HV — beide haben ihre eigene Bestimmung.
Und wenn dein Drone 2.0 HV nach einer harten Saison doch mal an der Zehenspitze durchgeht, findest du bei shopclimbing die Neubesohlung von Kletterschuhen mit den originalen Mad-Rock-Gummis. Der Schuh bekommt ein zweites Leben, du sparst dir die Neuanschaffung. Alle Modelle der Range findest du in unserer Kletterschuh-Kollektion. Und wenn du dich noch orientierst, hilft dir der Guide zu allen Mad Rock Kletterschuhen beim finalen Vergleich.