Mad Rock D2.ONE HV im Test: der Allrounder im Check

Der Mad Rock D2.ONE HV ist der „Do-it-all"-Schuh der Drone-Familie – Mad Rock nennt ihn selbst den „Quiver Killer", den einen Schuh, der eine ganze Sammlung ersetzt. Er richtet sich an Kletterer, die sich nicht zwischen Performance und Vielseitigkeit entscheiden wollen. Sein Geheimnis ist die Hybrid-Zwischensohle aus komprimiertem Polyester und Polycarbonat: weich genug, um zu fühlen, steif genug, um zu kämpfen.

Es ist der Schuh, den Mickaël Mawem – Boulder-Weltmeister und Mitgründer von shopclimbing – im Wettkampf, im Training und an seinen Projekten nutzt. Bei shopclimbing bekommst du die Kletterschuhe von Mad Rock zum fairsten Preis Europas. In diesem Test gehen wir jeden Aspekt des D2.ONE HV durch: die Hybrid-Zwischensohle, die kompressionsgeformte Konstruktion, sein Verhalten in der Halle und am Fels, die richtige Größe – und das Feedback von Mickaël, der ihn auf internationalem Wettkampfniveau gefahren hat.

Mad Rock D2.ONE HV Kletterschuh von der Seite

Der Drone-Schuh, der alles kann

Der D2.ONE HV ist keine einfache Aktualisierung eines bestehenden Modells. Er schließt eine Lücke in der Drone-Familie von Mad Rock – zwischen zwei klaren Charakteren.

Auf der einen Seite steht der Drone 2.0 HV: ein steifer, hochaggressiver Schuh, gebaut für den Überhang und kleine Tritte. Die Referenz für reine Kraft und Präzision auf Kanten. Auf der anderen Seite die friktionsorientierte Sensibilität der weicheren Schuhe der Familie. Lange musste man sich entscheiden: entweder die Steifigkeit für die kraftraubenden Passagen oder das Gefühl für die technischen Sektionen.

Der D2.ONE HV löst diese Gleichung. Seine Steifigkeit ist „balanced" – ausgewogen, weder kompromisslos hart noch betont weich. Das Profil bleibt aggressiv mit ausgeprägter Vorspannung und deutlicher Asymmetrie, klar leistungsorientiert. In der Version HV (High Volume) bietet er großzügiges Volumen für breite Füße oder einen hohen Rist – ohne dass die Technik darunter leidet.

Die Hybrid-Zwischensohle: weich genug zum Fühlen, steif genug zum Kämpfen

Was den D2.ONE HV grundlegend von anderen Schuhen am Markt unterscheidet, ist seine Hybrid-Zwischensohle. Sie ist sein Identitätsmerkmal – und sie verlässt das gewohnte Schema einer Zwischensohle aus einem einzigen Material.

Das Prinzip: 1,8 mm komprimierter Polyester wird mit Polycarbonat zu einem Verbund laminiert. Polyester bringt die weiche Sensibilität, Polycarbonat die Steifigkeit und die Unterstützung beim Antreten auf Kanten. Statt zwischen beidem zu wählen, vereint der D2.ONE beides auf einer einzigen Plattform.

Konkret: Wenn du auf einer Platte eine Leiste belastest, verhält sich der D2.ONE HV wie ein klassisch steifer Schuh – die Kante gibt nicht nach, die Kraftübertragung ist direkt. Sobald du aber ein Volumen im Überhang andrücken oder auf einer glatten Platte reiben musst, übernimmt das weichere Verhalten. Der Schuh passt sich der Bewegung an, statt dich zu zwingen, dich ihm anzupassen. Genau das meint Mad Rock mit „weich genug zum Fühlen, steif genug zum Kämpfen".

Die Laufsohle ist die Science Friction 3.0, Mad Rocks aktuelle Mischung aus Kalifornien. Haltbarer und mit höherer Reibung als ihre Vorgänger, dank besserer Reißfestigkeit und einem „Memory" im Gummi – ein starker Kompromiss aus Grip und Lebensdauer. Der Rand an der Ferse nutzt den elastischeren Science Friction R2, der eine handschuhartige Passform und mehr Gefühl bringt, ohne an Performance zu verlieren.

Science Friction 3.0 und kompressionsgeformte Konstruktion

Die Konstruktion des D2.ONE HV beruht auf der Compression Molded Toe Box – einer Technik, bei der Mad Rock zu den Ersten gehörte, die den gesamten Vorfußbereich des Schuhs in einem Stück formen.

Das Prinzip: Statt die Teile von Hand zu verkleben und zu montieren, wie es bei den meisten Schuhen der Fall ist, wird der Vorfuß unter Druck in einem Stück geformt. Die Vorteile sind konkret:

  • Kein Delaminieren: Das Ablösen des Gummis – der häufigste Defekt klassischer Schuhe – fällt weg.
  • Direkte Kraftübertragung zwischen Fuß und Tritt, ohne eine Klebeschicht dazwischen.
  • Formstabilität über die Zeit: Der Schuh behält seine Vorspannung Session für Session.
  • Mehr Haltbarkeit: weniger überschüssiges Material, weniger strukturelle Schwachstellen.

Für Kletternde, die drei- bis fünfmal pro Woche in der Halle stehen, übersetzt sich diese Haltbarkeit direkt in gespartes Geld. Die geformte Konstruktion in Kombination mit dem SF3-Gummi positioniert den D2.ONE HV unter den haltbarsten Schuhen seiner Performance-Kategorie.

Die 3D Hooking Heel – Mad Rocks patentierter Fersen-Cup – bringt geformte Rillen mit, die beim Heelhook in Tritte beißen. Eine „Finne" im Design erlaubt es, die Ferse wie eine Leiste einzusetzen. Das Arch-Flex-System nutzt den R2-Rand im Bereich des Fußgewölbes, um den Fuß zu fixieren, ohne die schmerzhaften Druckstellen, die man sonst mit Performance-Schuhen verbindet. Die patentierte Concave Sole, nach innen gewölbt, lässt dich Tritte im Überhang fast wie mit den Händen greifen und schärft zugleich die Kante für kleine Tritte.

Ein HV-spezifisches Detail: ein breiteres Gummiband über dem Spann, das sich an mehr Fußformen anpasst und dem D2.ONE HV direkt aus dem Karton einen verzeihlicheren Sitz gibt. Der Syn-Flex-Schaft weitet sich kaum aus – dein Schuh behält Passform und Performance, anders als Leder, das mit der Zeit nachgibt. Und wie die gesamte Mad-Rock-Linie ist der D2.ONE HV vegan.

Mad Rock D2.ONE HV Kletterschuh von oben mit Klettverschluss

Der D2.ONE HV in der Praxis: Halle, Route und Fels

Der D2.ONE HV ist vielseitig, aber nicht neutral. Sein aggressives Profil und die ausgeprägte Asymmetrie machen ihn zu einem Performance-Werkzeug – nicht zu einem Schuh für die allererste Kletterausrüstung.

Beim Bouldern in der Halle spielt er seine größte Stärke aus. Die Hybrid-Zwischensohle ergibt vollen Sinn angesichts der Bewegungsvielfalt des modernen Boulderns: kleine Tritte, Volumen, Koordination, Kompression. Du wechselst von einem winzigen Tritt auf ein Volumen, ohne das Gefühl zu haben, den Schuhtyp zu wechseln.

In der Route – Halle wie Fels – bleibt der D2.ONE HV auf langen Sessions angenehm, dank seiner ausgewogenen Steifigkeit. Er hat nicht die Härte eines Drone 2.0, die den Fuß auf Mehrseillängen ermüdet, bietet aber genug Unterstützung für anspruchsvolle Passagen im Überhang.

Am Fels hängt seine Leistung von der Felsart ab. Auf Kalk mit Leisten leistet die Kantensteifigkeit gute Dienste. Auf Reibungssandstein gleicht das weichere Verhalten aus, was die aggressive Vorspannung an Kontaktfläche kosten könnte. Auf Granit mit Rissen ist es nicht sein bevorzugtes Spielfeld – für Klemmer ist ein flacherer, steiferer Schuh besser geeignet, etwa der Drone 2.0 HV.

Der Klettverschluss erlaubt eine schnelle Anpassung zwischen den Versuchen. Keine Schnürsenkel zum Nachziehen: zuziehen und klettern.

Größe und Passform des D2.ONE HV

Die Größenwahl beim D2.ONE HV ist relativ berechenbar, weil sich der Syn-Flex-Schaft kaum ausweitet. Der Schuh sitzt auf Mad Rocks HV-Leisten: mehr Platz am Spann und im Vorfuß, gemacht für breite Füße oder einen hohen Rist. Wer sich in klassischen Performance-Schuhen immer eingeengt gefühlt hat, sollte hier das Problem gelöst finden – ohne Verlust an Technik.

Als Orientierung dient deine gemessene Fußlänge. Mad Rock gibt vier Richtwerte:

  • Komfort: gemessene Größe + 1 – entspannt, gut für lange Sessions und für den Einstieg.
  • Soft: gemessene Größe + 0,5 – angenehm und trotzdem präzise.
  • Performance: gemessene Größe – satter Sitz fürs anspruchsvolle Klettern.
  • Downsized: gemessene Größe − 0,5 bis − 1 – nur, wenn du es wirklich eng gewohnt bist.

Da die geformte Konstruktion den Schuh in Form hält, wähle deine Größe bewusst und nicht in der Erwartung, er weite sich noch deutlich. Ein Hinweis am Rande: Die Größen US M 3 und 3,5 produziert Mad Rock für dieses Modell nicht.

Das Urteil von Mickaël Mawem, Boulder-Weltmeister

Mickaël Mawem im Boulder-Wettkampf mit den Mad Rock D2.ONE HV

Der D2.ONE ist der Schuh, den ich im Wettkampf, im Training und für meine Projekte nutze. Es ist mein vielseitiger Schuh.

Was ich mag: Du musst nicht überlegen, welchen Schuh du für deine Session nimmst. Ob Bouldern in der Halle, Wettkampf oder ein Felstrip – ich ziehe ihn an und weiß, dass es funktioniert. Du spürst es wirklich, wenn du von einer Leiste auf ein Volumen wechselst – der Schuh passt sich der Bewegung an, statt dich zu zwingen, dich ihm anzupassen.

Für mich ist die große Stärke des D2.ONE, dass er über die Zeit hält. Mit der kompressionsgeformten Konstruktion und dem Science-Friction-3.0-Gummi kann ich Session an Session reihen, ohne nach zwei Monaten einen verformten Schuh am Fuß zu haben. Und das macht einen echten Unterschied, wenn du jeden Tag trainierst.

Wenn du einen einzigen Schuh suchst, um auf ernsthaftem Niveau alles zu machen, dann ist es dieser hier, den ich dir empfehle.

D2.ONE, Drone 2.0 oder Remora Pro – welcher Mad Rock?

Der D2.ONE HV, der Drone 2.0 HV und der Remora Pro HV teilen denselben Science-Friction-3.0-Gummi und denselben HV-Leisten, beantworten aber unterschiedliche Bedürfnisse.

Der D2.ONE HV ist die Wahl für vielseitige Performance. Seine Hybrid-Zwischensohle verbindet Kantensteifigkeit und weiches Gefühl – der Schuh, mit dem du von einer Leiste auf ein Volumen wechselst, ohne das Register zu verlassen. Ein Schuh für drinnen wie draußen.

Der Drone 2.0 HV ist die Wahl für Kraft im Überhang. Seine durchgehende Polycarbonat-Platte macht ihn zum steifsten Schuh der Serie – ideal für Leisten im Steilen und kraftraubende Boulder. Mehr dazu in unserem Test des Drone 2.0 HV.

Der Remora Pro HV ist die Wahl für Gefühl und den Alltag in der Halle. Weicher, bequemer, mit dem Tension Wrap für Gummiabdeckung auf dem Spann – der Schuh, den Mickaël im Training am häufigsten anzieht. Unser Test des Remora Pro HV erklärt, warum.

Für wen lohnt sich der D2.ONE HV?

Der Mad Rock D2.ONE HV gehört zu den seltenen Schuhen, die ihr Versprechen von Vielseitigkeit halten, ohne Performance zu opfern. Die Hybrid-Zwischensohle ist kein Marketingargument: Es ist ein Unterschied, den du ab der ersten Session spürst – vom kleinen Tritt auf der Platte bis zum Volumen im Überhang.

Mit seiner kompressionsgeformten Konstruktion, dem Science-Friction-3.0-Gummi und dem HV-Profil für breite Füße ist er eine Anschaffung, die sich über die Zeit rechnet. Wenn du dagegen einen kompromisslosen Kraftschuh fürs Steile suchst, ist der Drone 2.0 HV die konsequentere Wahl; geht es dir vor allem um Gefühl und Komfort, lohnt der Blick auf den Remora Pro HV.

Egal, für welchen du dich entscheidest: shopclimbing bietet die Neubesohlung von Kletterschuhen mit den originalen Mad-Rock-Gummis an – damit deine Schuhe länger leben, ohne an Performance zu verlieren. Alle Mad-Rock-Kletterschuhe findest du in unserer Kletterschuh-Kollektion.

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