Manuelles Bremsgerät oder Halbautomat: welches Sicherungsgerät passt zu dir?
Das ist die erste Frage vor einer Wand voller Sicherungsgeräte, und sie verdient mehr als eine Zeile Antwort. Die europäische Norm EN 15151 deckt Bremsgeräte fürs Klettern und Bergsteigen ab, und ihr Teil 2 ist der Teil der manuellen Bremsgeräte. Das Sicherungsgerät Beal Air Force 1 fällt unter diesen Teil 2: Deine Hand bremst, von der ersten bis zur letzten Sekunde.
Was das konkret heißt. Das Bremsseil wird nie losgelassen. Das Gerät erzeugt Reibung und vervielfacht deine Kraft, gehalten wird der Sturz aber von der Hand, die das Bremsseil nach unten zieht. Beal schreibt es in der Gebrauchsanleitung klar hin. Wie stark gebremst wird, hängt vom Seildurchmesser ab, von der Geschmeidigkeit und der Feuchtigkeit des Seils, vom Querschnitt des Karabiners und von der Griffkraft. Daher die Empfehlung, die Bremswirkung mit dem eigenen Seil zu testen, bevor es ernst wird. Zwei Seile mit gleichem Durchmesser, aber unterschiedlichem Verschleiß verhalten sich nicht gleich.
Was es bringt. Ein manuelles Bremsgerät ist leicht und hat keine beweglichen Bauteile. Und es kann mehr als sichern: Beal sieht das Air Force 1 auch fürs Abseilen vor, beim Klettern wie beim Bergsteigen. Wer zwischen Halle, Fels und Tour wechselt, deckt damit alles mit einem Gerät ab – für 43 g am Gurt.
Die Durchmesserspanne zählt mehr, als man denkt. Ein Gerät, das für ein dünnes Seil zu weit ausgelegt ist, bremst schlecht. Sitzt es für ein dickes Seil zu eng, gibt es das Seil nur ruckartig aus. Das Air Force 1 nimmt Einfachseile von 8,5 bis 10,5 mm. Das deckt fast den ganzen Seilschrank ab: das dünne Arbeitsseil am Projekt genauso wie das 10er-Hallenseil, das schon ein paar Saisons hinter sich hat.
Und der Seilverschleiß? Das ist der Punkt, den beim Kauf kaum jemand anschaut und den man später bezahlt. Die Rille des Air Force 1 ist breit und glatt. Weniger unnötige Reibung, wenn das Seil im Winkel läuft, und weniger Verschleiß am Seil. Von einem Seilhersteller ist diese Aufmerksamkeit fürs Detail wenig überraschend.
Ein Halbautomat ist für andere Situationen gemacht, vor allem für langes Arbeiten im Toprope am Projekt. Beide Familien vertragen sich gut im selben Rucksack. Zum Vergleichen schaust du am besten in unsere komplette Auswahl an Sicherungsgeräten.
