Welchen Kletterkarabiner brauchst du wofür?
Ein Verschlusskarabiner wird über den Einsatz ausgewählt, nicht über das Datenblatt. Drei Fragen reichen, um die Sache einzugrenzen.
Läuft ein Seil durch den Karabiner? Das ist die wichtigste Frage und zugleich die, die am seltensten gestellt wird. Ein Karabiner mit automatischem Verschluss in zwei Bewegungen schließt und verriegelt von allein: schnell, intuitiv, kein vergessenes Zudrehen. Dafür bleibt er statischen Verbindungen vorbehalten, also solchen, in denen sich das Seil nicht im Karabiner bewegt. Sobald ein Seil durchläuft, kann die wiederholte Reibung auf die Hülse wirken und ein ungewolltes Öffnen auslösen. Das ist das Feld des dreifach automatischen Verschlusses. Der Schraubkarabiner fällt unter dieselbe Grenze: Er wird von Hand verriegelt – Hülse ganz zugedreht, kein Gewinde mehr zu sehen – und ein laufendes Seil kann genau auf diese Hülse wirken. Beal geht so weit, vom Schraubkarabiner am Sicherungsgerät abzuraten: Die Gebrauchsanleitung der Air Force verlangt einen Verschlusskarabiner, belastet in der Längsachse, mit geschlossenem Schnapper. Bevor du einen an dein Gerät hängst, lies dessen Gebrauchsanleitung.
Welche Form? Eine asymmetrische Form wie beim Be Link Bi-Matic legt sich am Ende der Selbstsicherung und am Stand von selbst richtig herum. Die Birnenform, HMS genannt, ist für die Arbeit mit dem Halbmastwurf gebaut. Eine symmetrische Form passt eher zu Rollen und zum technischen Klettern. Diese Familien entsprechen den Klassen der EN 12275: B für den allgemeinen Gebrauch, H für HMS, K für den Klettersteig, T für Endverbindungen, X für symmetrisch.
Welche Normen? Ein Kletterkarabiner fällt unter EN 12275:2013, die Norm für Bergsteigen, Klettern, Höhlenforschung und Klettersteig. Ein Verbindungselement für Arbeiten in der Höhe fällt unter EN 362:2004. Manche Modelle, der Be Link Bi-Matic zum Beispiel, erfüllen beide Normen. Damit sind Sport und Beruf abgedeckt. In beiden bezeichnet Klasse B ein Basis-Verbindungselement für den allgemeinen Gebrauch.
Und das Gewicht? Es zählt vor allem dann, wenn du viele davon am Gurt trägst. Für ein, zwei Karabiner an der Selbstsicherung wiegen Handhabung, Schnapperöffnung – hier 20 mm – und die Bedienbarkeit mit Handschuhen oder klammen Fingern schwerer. Eine Keylock-Nase verhindert das Verhaken beim Ein- und Aushängen.
In jedem Fall gilt: Die angegebene Bruchlast erreicht ein Karabiner nur geschlossen, verriegelt und längs belastet. Für den Rest deiner Sicherungskette findest du bei uns die Auswahl an Sicherungsgeräten und Seilen.
