Welche Seillänge zum Klettern?
Diese Frage hält die meisten beim Bestellen auf, dabei ist die Antwort einfach: Dein Seil muss mindestens doppelt so lang sein wie die höchste Route, aus der du wieder herunter willst, plus Reserve. Der Rest ist Detailarbeit.
In der Halle: 30 oder 40 m. Hallenwände sind kurz, und 30 m decken die meisten ab. 40 m sind trotzdem kein Luxus. Du hast Reserve an den hohen Wänden, und vor allem kannst du die Seilenden kürzen, wenn sie müde werden – die Enden leiden zuerst. Ein Seil, das du zweimal um einen Meter kürzt, ist immer noch ein Seil. Steht die Wandhöhe deiner Halle nirgends, frag an der Theke.
Am Fels: 60 m, manchmal 70 m. An eingebohrten Sektoren sind 60 m die gängige Länge. Manche Routen verlangen 70 m, und der Kletterführer sagt es dir jedes Mal. Wer im Sommer nach Arco oder Kalymnos fährt, schaut besser vorher ins Topo. Im Zweifel kostet dich ein 70-m-Seil nur Gewicht und Platz im Rucksack.
Dazwischen: 50 m. Ein vernünftiges erstes Seil, wenn du vor allem an kurzen Sektoren unterwegs bist – im Frankenjura zum Beispiel reicht das an vielen Routen. Trotzdem Route für Route im Führer gegenchecken.
Und die Spulen mit 100 oder 200 m, die lose Ware mit ca. 600 m? Diese Gebinde richten sich nicht an einzelne Kletterer:innen. Das ist das Format für eine Halle, einen Verein oder eine Kommune, die ihren Seilbestand selbst ausstattet: Man längt ab, was gebraucht wird, zieht nach Verschleiß nach und verwaltet dabei nur ein einziges Produkt.
Zwei Reflexe, egal welche Länge es am Ende wird. Ein Knoten ins Seilende, jedes Mal – er rettet dich an dem Tag, an dem das Seil für die Abfahrt zu kurz ist. Und die tatsächliche Länge im Blick behalten: Cousin weist darauf hin, dass ein Seil im Gebrauch quillt und bis zu 5 % kürzer werden kann. Ein 60-m-Seil von vor drei Jahren misst nicht zwingend noch 60 m.
Bleibt der Durchmesser. Mit 10,2 mm setzt das Tepee auf Robustheit und Griffigkeit statt auf jedes Gramm. So ein Durchmesser ist für Seile gemacht, die oft laufen – an Kunstharzgriffen wie am Kalkfels. Er steckt den Abrieb aus dem Ablassen und aus ständigem Clippen weg. Das letzte Wort hat aber dein Sicherungsgerät: Sein Durchmesserbereich, vom Hersteller angegeben, entscheidet, was du hindurchlaufen lassen darfst. Schau nach, bevor du bestellst.
Unsere Seile und Sicherungsgeräte findest du gesammelt in der Kollektion Sicherungsgeräte und Seile.
